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man hat's ja schon geahnt...

bischof mixader Atheismus ist die Hölle auf Erden. 
Gerade hats der Augsburger Bischof Mixa auf seiner Osterpredigt wieder verkündet, die größten Massenmorde und auch Nichtachtung jedweder Menschenrechte allüberall hätten ihr geistiges Fundament in der Negierung Gottes.
Neben den immer frecher werdenden Muslimen (immerhin Gläubige) erwächst dem Christentum die weit größere weil immanente Gefahr der zunehmend selbstbewusst auftretenden agnostischen Gruppierungen; da war ein deutliches Wort eben mal dringend nötig.

Wie schon erwähnt: Agnostikern sei zur Vorsicht gemahnt. 
Die Verletzung "religiöser Gefühle" (muss entwicklungsgeschichtlich irgendwas aus dem Stammhirn sein) gab schon immer reichlich Motivation zu Zusammenrottungen, leidenschaftlichen Reden und organisiertem Vorgehen, gerne von Brandmitteln und traditionellen landwirtschaftlichen Werkzeugen begleitet.

steadman, evangelist
Dazu eine sicher dreissig Jahre alte Zeichnung von Ralph Steadman, dem bissigsten des großen Dreigestirns Searle, Steinberg und ihm selbst. 
Man erinnert sich, dass es damals für reichlich Ärger sorgte.

impuls-shopping...

fashionim Ettlingertor-Center.

waschtrommelbauch?!

workout
Lebensmittelschwanger?
Der Frühling naht! Zeit für ein strammes Workout!

brokeback mountain

kommt die Tage erstmals im Fernsehen. 
Zeit für ein paar Cartoons zur Uraufführung vor 4  Jahren.


Der erste ist von Mike Keefe aus Denver und bezieht sich auf die damals ausgetragene Diskussion zum Einfluss der Lobbyisten in die Regierungspolitik,


















in ähnlicher Weise behandelt von John Darkow.

Bei Sandy Huffaker ging wohl der Zeichenstift durch...

cartoonale, die wirklich letzte


















Eine Zeichnung von Dana Summers aus Orlando, Florida.








Hier eine Zeichnung von Mike Lane aus Baltimore, die Hillarys Niederlage bei den Vorwahlen auf die Aussage eines der berühmtesten Bilder Amerikas (nach "american gothic") bezieht, "Christina's World" von dem im Januar gestorbenen Maler Andrew Wyeth aus dem Jahr 1948. 
Anregung für das oft zitierte Bild war eine gelähmte Frau Olson aus der Nachbarschaft des Malers in Maine, die sich im Umkreis ihres Hauses  oft kriechend bewegte. Die Frau war, als das Bild entstand, bereits 55 Jahre alt.















cartoonale, die letzte


Fast alle Länder der Welt beschäftigen Zeitungskarikaturisten, leider sind diese oft die ersten, die Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Vielleicht liegt es daran, dass viele talentierte Leute nicht von wie auch immer gearteten "künstlerischen" Ansprüchen wegkommen und fortwährend eine Form von moralisierenden Druckgrafiken abliefern. Ob Südamerikaner, Deutsche, Libanesen oder Russen, die meisten verkünsteln sich an Tableaus, die für die Wand zu banal sind und auf Seite Zwei langweilen.
Die Ausdrucksform selbst hat ihre Wurzeln wie die Comics im angelsächsischen Raum: "Cartoons" als Begriff tauchte Mitte des 19.Jhs. in der Londoner Satirezeitschrift "Punch" auf, eine Zeichnung machte sich darin über die Entwürfe ("Kartons") für Fresken im House of Parliament lustig.
Mit "cartoony characters" sind die Briten und Amerikaner aufgewachsen, von daher muss sich kein Zeichner als Künstler legitimieren und kann einfach mit der Suche nach der drastischsten und witzigsten Aussage vom Leder ziehen. Sollte er doch von grafisch-künstlerischem Ehrgeiz getrieben werden (siehe Ramirez), dann bitte, Hauptsache, es gibt etwas zum Ablachen.


Steve Sack, mit unverwechselbarem Stil, steht ebenfalls für einen gewissen grafischen Anspruch.
Unbezahlbar ist beiliegende Paraphrase eines Interviews mit der gescheiterten VP Kandidatin Palin, die als Gouverneurin gerade traditionsgemäß auf einer Farm einen Truthahn begnadigt hatte und vor der Kamera fröhlich losplapperte, während im Hintergrund das übrige Federvieh in den Metzeltrichter gesteckt wurde und zuckend verendete.
Hier wird als Variation ein Elefant, Wappentier der Republikaner, hingerichtet.


Jerry Holbert ist ebenso begnadet; er arbeitet für den Boston Herald. Seine Figuren sind noch mit am nächsten an den von allen Generationen so geliebten Cartoonfiguren der Samstags-Beilagen, die aus Platzersparnisgründen einen langsamen Tod sterben.
Hier gehts um Hillarys lange aufgeschobene Aufgabe der Kandidatur und den alten Spruch "..es ist erst zu Ende, wenn die dicke Dame singt!", natürlich Wagners Walküre... Und Bill fühlt schon wieder sinnliches Begehren...
Gleich noch ein'...


















Holbert scheint eine herzliche Affinität zu Bills Leiblichkeit zu hegen. Und Obama als Cartoonfigur gewinnt so langsam an Profil.

cartoonale, die vorletzte




Mike RAMIREZ. Jaja, Pulitzerpreis 2008. Schon deshalb kommt man nicht an ihm vorbei.
Eines bleibt jedoch ein Rätsel: wie kann jemand mit mexikanischen Wurzeln das Thema illegale Immigranten zum Lieblingsobjekt seiner Cartoons machen. Überanpassung? Gibt's etwas zu bewältigen?
Ramirez scheidet die Geister, unterschreitet in seinem Verfolgungswahn oft die Geschmacksgrenze (berühmt sind seine Zeichnungen aus islamischen Ländern kommender Kakerlaken) und wird vorzugsweise in dumpfen Patriotenkreisen vergöttert.
Das Fiese dabei ist: er ist ein genialer Grafiker und Karikaturist und hat zündende Bildfindungen.

Ein paar Beispiele:

Das frappierende Zitat eines historischen Photos von 1936. Wer kennts?


Das kennt jeder. Nur wird die Aussage in absurdester Weise verdreht. Pfui, Mike!


Seine Atompilzvisionen wiederholen sich in größeren Abständen, aber wie erwähnt: die Zeichnung ist ein Leckerbissen.

cartoonale, zum fünften...


Mike LUKOVICH! Pulitzer-Preis 1995.
Lukovich ist nicht immer witzig. Er ist als ästhetischer Purist (seine Arbeiten könnten oft Vorzeichnungen zu Skulpturen sein) manchmal mehr Ankläger als Spaßmacher. 
Die Tragödie von 9/11 hat seine Arbeit nach eigener Aussage verändert, aber nicht wie bei vielen Medienleuten in Richtung eines panischen Patriotismus, er ist in seinen Grundaussagen ein Liberaler geblieben, aber ein rabiater.
Im Übrigen ist er ein meisterhafter Portraitist.

Einen so wütenden Kommentar zu Bush/Cheney sah man selten...

Hier die Entwicklung von Bush als Cartoonfigur.

Und zum Schluss ein echtes T-Shirt-Motiv.

cartoonale, zum vierten...


Der nächste Zeichner heißt Jeff Darcy.
Einfach toll, der Mann.
Die WMD's sind die vielzitierten "weapons of mass destruction", gern auch als "weapons of mass distraction" persifliert.

Preisfrage: auf welchen Film bezieht sich der Cartoon? Warum?



Witz verstanden? In seinen besten Zeichnungen verwurschtelt Darcy locker fünf bis sechs Motive.

cartoonale, zum dritten

Der dritte Meister seines Faches ist Mike Lester, eine Virtuose des Grotesken. Pulitzer-Preis...


Lester ist bei allem drastischen Humor auch zu stillem Pathos fähig.
Tragischerweise ist er ein reaktionärer Knochen und schiesst Obama seit Monaten aus den fadenscheinigsten Gründen an...

cartoonale, zum zweiten...

Der zweite Künstler heißt Matt Davies und ist1983 in die Staaten eingewanderter gebürtiger Brite, er ist ebenfalls Pulitzer-Preiträger.
Seine Zeichnungen entstehen ausschliesslich aus einem dichten Gewebe feiner Federstriche und sind in ihrem hohen Abstraktionsgrad und mehrschichtigen Humor unverwechselbar. Man kann sich vorstellen, dass er im Gegensatz zu den meisten Cartoonisten ohne genaue Vorzeichnung arbeitet.


Davies ist ein Meister mehrfacher Anspielungen, die ja eigentlich jede gute Karikatur ausmachen. Das letzte Bild spielt auf die früher in den Südstaaten üblichen nach Weißen und Farbigen getrennten Trinkwasserbrunnen an. War klar, oder?!

cartoonale, zum ersten

Passend zur Berlinale und dem gerade beendeten Comic-Festival in Angoulême gibt's jetzt eine kleine Cartoonale in mehreren Folgen. Anregungen sind willkommen.
Gezeigt wird eine persönliche Auswahl der besten (nun ja) amerikanischen Zeitungscartoons der letzten Jahre. Quelle war hauptsächlich das unerschöpfliche Reservoir bei Daryl Cagle. 
Im Ganzen präsentiert sich dabei auch eine kleine Bilanz der Bush-Jahre.

Wir beginnen mit David Horsey, virtuoser Stilist und wie die meisten dieser Auswahl irgendwann auch Pulitzer-Preiträger.

Hier eine Zeichnung von 2002, noch mit Schröder selig und seiner grünen Freundin auf dem Schoß, der Bushs Appell zu den Waffen kalt abtropfen lässt.

Weitere Arbeiten.
An obiges Thema würden sich im PC-hysterischen Amerika nicht viele wagen. Ein Fressen für Anwälte.
Die Zeichnungen mit ihren unzähligen Mikroschraffuren wirken für ihr kleines Format mitunter etwas zu detailliert, aber die Karikaturen sind meisterlich.
Demnächst mehr.
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