dauerbrenner transzendenz

Man mag's nicht glauben.
Nach David Barnett existieren weltweit rund 10.000 Religionen.

Die leitende Sozifrau Andrea Nahles glaubt an Engel!
Der erste Lehrstuhl für "Theologische Zoologie" wurde eröffnet.
Die BUNTE druckte zum Jahresbeginn wieder wahre Horoskoporgien.

"Pro Reli"-Huber Nachfolgerin Käßmann verwahrt sich aus theologischer Warte forsch gegen den militärischen Afghanistan-Einsatz und weiß dabei auch ihre Kenntnisse um den letzten Weltkrieg einzubringen.

Murdoch-hörige TV-Stationen wie VOX und von verzweifelten Leuten geleitete Sender wie DAS VIERTE weiten ständig ihre religösen Erbauungsprogramme aus.
Amerikanische Verhältnisse. Weshalb die fünfkindrige Evangelikalenfamilie Romeike aus Ba-Wü dort auch erfolgreich um Asyl ersuchte und nun endlich dauerhafte Zuflucht vor Materialisums und Gewalt finden wird.

Und in Russland mussten gerade 117 Leute ins Krankenhaus, weil sie in Flaschen abgefülltes "Heiliges Wasser" getrunken hatten.

panic rooms für alle!


Da wird's wieder offenbar, Cartoonisten (die Zeichner "illustrierter Lachquadrate") haben einen der gefährlichsten Berufe der Welt. Ihre brandgefährlichen Produkte haben nicht einmal eine Verfallszeit und können ihnen noch nach Jahren zum Verhängnis werden!
Drang doch gerade ein axtschwingender Radikal-Muselmane in das Flachdach-Reihenhäuschen des dänischen Zeichners Kurt Westergaard ein, der sich gerade noch samt Enkel in das Badezimmer retten konnte, welches (und jetzt kommt's!) zu einem Panic Room umgebaut worden war!
Fabelhafte Idee! Gitter und Eisentüren an's Klo! Kann auch im Alltag nicht schaden...

trübe tassen des jahrzehnts


Die amerikanische Rechte. Was für Flaschen und geistige Pantoffeltierchen! In ihnen zeigt sich die ganze jahrzehntealte Bildungsmisere, die rattendämliches Gebaren mit Großkotzigkeit paart.



Glenn Beck und sein Herrchen Rupert.

Heuchler.

Antisemiten.
Dankenswerterweise zerschlägt Israel außenpolitisch soviel Porzellan, dass die deutsche Büßergemeinschaft endlich ihren Trotz fundieren kann. War dieses immerwährende Unbehagen mit den Juden doch begründet!
Der atomgerüstete Zwergstaat Israel läuft mehr denn je Gefahr, verdampft zu werden. Dass die gesamten korrupten Staatsgebilde und "Königshäuser" der Muselmanen ihren konzentrierten Hass auf die in Nahost weit und breit einzige echte Demokratie richten, muss man ja nicht so wichtig nehmen.
So wenig wie die Tatsache, dass die großen Religionen unserer Hemisphäre alle auf der jüdischen basieren.

Die Juden hasst aber nun auch wirklich jeder. Altnazis ebenso wie Kommunisten oder Muslime.
Also auf sie:

Und überhaupt:

obertrübe tassen


Gegen Obamas Gesundheitsreform, die zunehmend beschnitten und noch immer vom Scheitern bedroht ihren Weg durch die Institutionen kriecht, setzten sich in den letzten Monaten immer wieder gewaltige Massen von dumpfem weißem Bindegewebe in Marsch, die "Teabaggers".

Die von FOX und seinen Schaumschlägern initiierte und mit medialem Pomp begleitete "Volksbewegung" leitet ihren Namen, der sich als Verb eigentlich auf eine sexuelle Praktik bezieht, auf die "Boston Tea Party" zurück, also auf einen damals vom Volkszorn gegen u.A. ungerechte Besteuerung genährten Aufstand gegen die englischen Kolonialherren, der letztlich in der amerikanischen Unabhängigkeit endete.

Tendenziös? Bösartige Übertreibung? Schau und staune!

Sein erklärter Lieblingsfilm: "300".

Sind sicher im SUV gekommen.

Nur der Ausgewogenheit halber: orthographische Schnitzer können jedem mal unterlaufen...

günther ist wieder da!



Ist es gestattet, Günther Wallraff etwas schrullig zu nennen?
Gibt er uns doch seit vielen Jahrzehnten den Rüdiger Nehberg des Sozialjournalismus und ermittelt unter Einsatz von Leib und Gesundheit an den unwirtlichsten Orten Deutschlands und manchmal auch anderer Länder.
Nach diversen journalistischen Under-Cover-Abenteuern in den Sechzigern und mutigen politischen Aktionen gegen Militärregierungen in Griechenland und Portugal, die ihm unter anderem auch Prügel und Knast einbrachten, muss ihm sein heute noch berühmtester Job als "Klaus Esser" bei der BILD-Redaktion in Hannover, der auf eine Menge Prozesse und mehrere Bücher hinauslief, fast einfach vorgekommen sein.
Und natürlich war es bei BILD, wie man sich's vorstellte.
Und natürlich ist BILD trotz allen Tamtams auch nach 30 Jahren noch die beliebteste Zeitung des Landes, in der die gerade frisch inaugurierte Regierung mit Vorliebe ihre Beschlüsse bekanntgeben wird, denn das Blatt ist ebenso Teil unserer Gesellschaft wie Reklame, Religion, Steuern und die FDP.
Günther stürzte sich, in der Öffentlichkeit allmählich weniger wahrgenommen aber von Größen wie dem kürzlich verstorbenen legendären Studs Terkel hochgeschätzt, weiter mit Heldenmut in die Vollen; zwei Jahre malochen als "Türke Ali", Reisen durch Israel während des ersten Golfkriegs, Besuch bei Kurdenführer Öcalan in Syrien, STASI-Unterstellungen seitens der BILD-Zeitung, Arbeit im Call-Center und einem Backbetrieb, und Anfang diesen Jahres war er noch auf Platte, alles en detail beschrieben und veröffentlicht. Jede Talkshow huldigte ihm als moralischem Maßstab, und in Schweden und Norwegen prägte man gar ein neues Verb "wallraffa" für eben seine Tätigkeit. Gibt es schon ein deutsches "wallraffen"?

In der Arbeitswelt hat sich derweil wenig zum Besseren gewendet.

Jetzt liess Günther sich gar mit dunkler Farbe besprühen und mischte sich mit Siebziger-Jahre-Hemd und grotesker Perücke als gebürtiger Somalier unters Volk, um ihm in seinem neuesten Film die Maske von der rassistischen Fratze zu reissen.
Auf Photos sitzt da ein seltsamer Vogel mit Leidensmiene allein auf der Bierbank und erwartet Ausgrenzung, Beschimpfung, Demütigung, Misshandlung.
Der Schäferhundeverein nahm ihn nicht auf, und er bekam auf einem Campingplatz keinen Dauerstellplatz. Im Bus von Cottbusser Fussballfans fand er so lange renitente Widerworte, bis es fast auf die Schublade gab. Eine Verkäuferin im Juweliergeschäft wollte ihm eine teure Uhr nicht aushändigen. Eine dämliche Vermieterin fühlte sich deutlich unbehaglich.
Bei aller Liebe: für ein Kamerateam, das sicher gierig auf polarisierende Brisanz war, eine etwas magere Ausbeute. Da gings einem John Howard Griffin noch weit übler. Der Vergleich hinkt allerdings.

Die ganze Undercover-Sozialgeschichte- von- unten-aus-der-Sicht-der-Betroffenen ist eh so eine Sache.
Man erinnert sich an einen soziologischen Klassiker ("Dorf in der Vaucluse", Laurence Wylie 1957) der die empirische Methode der "Teilnehmenden Beobachtung" ins Leben rief. Das Buch impliziert eine für die Beobachteten völlig folgenlose feldforscherische Arbeit.

Besagtes Dorf, es wurde Jahre später publik, war das südfranzösische Roussillion, schon damals seiner in vielen Braun- und Rottönen leuchtenden Häuser und Ockerbrüche wegen weithin berühmt.
Nicht zuletzt hatte hier Samuel Beckett mit seiner jungen Frau als Tagelöhner gelebt, nachdem seine Resistance-Zelle 1942 an die Gestapo verraten worden war. Die abstrakte Szenerie seines berühmtesten Theaterstücks "En attendant Godot" von 1949 spiegelt noch die Kahlheit dieser provencalischen Steinbrüche wieder.
Und nicht zu vergessen beginnt einer der rührendsten Filme des großen Fernandel in Roussillion: "Heureux qui comme Ulisse..." von 1970. Ist nach einem Lied von Georges Brassens betitelt.

Professor Wylie und Frau liessen sich also keineswegs in einer namenlosen austauschbaren Gemeinde als Lehrer nieder, noch blieb sein bald darauf in interessierten Kreisen sehr berühmtes Buch für den Ort ohne Folgen. Horden von Soziologiestudenten fielen ein.

Von Konsequenzen dieser Tragweite kann unser schrulliger Günther nur träumen...

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